Kufra. Fünf Buchstaben, eine Antwort in einem Kreuzworträtsel, und für die meisten Leute hört es genau da auf. Dabei ist Kufra eines der abgelegensten bewohnten Flecken dieser Erde – ein Becken mitten in der libyschen Wüste, so groß wie Belgien, in dem seit Jahrhunderten Menschen Wasser aus der Tiefe holen und Datteln trocknen. Wenn ich Leute frage, was sie mit der Oasengruppe in der libyschen Wüste verbinden, kommt meistens: „Kufra, oder?“ Und dann Schweigen.
Ich habe mich vor ein paar Jahren zum ersten Mal richtig in das Thema verbissen, weil ich für ein Projekt über Wasserwirtschaft in Nordafrika eine Karte brauchte – und feststellte, dass selbst die Karten, die ich im Netz fand, sich gegenseitig widersprachen. Die eine setzte Kufra an eine Stelle, die andere 200 Kilometer weiter westlich. Also habe ich angefangen, selbst nachzulesen, und dabei gemerkt: Über die Oasengruppe Kufra weiß man erstaunlich viel – nur selten dort, wo man zuerst sucht.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Oasengruppe Kufra liegt im Südosten Libyens, nahe der Grenzen zu Ägypten und Sudan, und besteht aus mehreren Oasen – nicht aus einer einzigen.
- Kufra ist die mit Abstand bekannteste Antwort auf die Frage nach einer libyschen Oasengruppe mit fünf Buchstaben – aber Siwa, das oft daneben steht, liegt in Ägypten, nicht in Libyen.
- Das Wasser der Oasen stammt aus einem fossilen Grundwasserspeicher, der sich über Jahrtausende nicht nennenswert erneuert.
- Kufra spielte im Zweiten Weltkrieg eine Rolle – die Eroberung durch alliierte Truppen gilt als eine der frühen Wüstenoperationen des Feldzugs in Nordafrika.
- Die Schreibweise schwankt zwischen Kufra, Kufrah und Al-Kufra; alle drei bezeichnen dieselbe Region.
Oasengruppe libysche Wüste: warum Kufra die Antwort ist, die fast alle suchen
Es ist eine dieser Fragen, die im Kopf bleiben, weil sie so harmlos klingt: eine Oasengruppe in der libyschen Wüste, fünf Buchstaben. Wer sie in eine Suchmaske tippt, landet fast immer bei KUFRA. Das ist korrekt. Es ist nur nicht die ganze Geschichte.
Kufra – wo genau liegt das eigentlich?
Kufra liegt im Kufra-Becken, einer Senke im Südosten Libyens, grob 1.000 Kilometer südlich von Bengasi und nur wenige Hundert Kilometer von der ägyptischen und der sudanesischen Grenze entfernt. Das Becken ist riesig – die Fläche wird oft mit der Belgiens verglichen, was ich für eine brauchbare Vorstellung halte. Die eigentliche „Oasengruppe“ besteht aus mehreren Siedlungskernen: Al-Kufra selbst, Tazerbo weiter westlich und Bzema im Norden.
Die Hauptstadt der Region heißt Al-Dschauf. Dort gibt es einen Flughafen, eine Universität und – für eine Wüstenregion ziemlich ungewöhnlich – eine Landwirtschaft, die auf künstlicher Bewässerung aus tiefen Brunnen beruht. Die Höhe über dem Meeresspiegel liegt bei etwa 350 bis 400 Metern. Das Klima ist hyperarid: Regen fällt im Jahresmittel so gut wie keiner.
Was mich beim ersten Lesen am meisten überrascht hat: Kufra ist keine kleine Karawanenstation, sondern ein Ort mit mehreren Zehntausend Einwohnern. Ich hatte ein Bild von zwanzig Palmen und drei Zelten im Kopf. Falsch gedacht. Das ist keine romantische Oase, das ist Infrastruktur in der Wüste.
Und was ist mit Siwa, Siwah und all den anderen?
Kurz gesagt: Die meisten davon liegen nicht in Libyen. Das ist der Punkt, an dem die Wortlisten im Netz regelmäßig danebenliegen.
- Siwa (auch Siwah, Siwaoasen) liegt in Ägypten, rund 50 Kilometer östlich der libyschen Grenze. Eine wunderschöne Oase, keine Frage, aber eben nicht libysch.
- Ubari und Ghat gehören zum libyschen Fezzan im Südwesten – ein anderer Teil des Landes, andere Geologie.
- Djalo (auch Dschalo, Dialo) wird in einigen Rätsellösungen genannt; die Schreibweise ist so uneinheitlich, dass ich hier vorsichtig bin. Wer eine Kreuzworträtselhilfe sucht, kann die Antwort nehmen – wer wissen will, wo der Ort liegt, sollte lieber nachlesen.
Mein Verdacht: Die Verwirrung kommt daher, dass Siwa in der Antike enge Handelsbeziehungen in die Region hatte und in alten Quellen ständig zusammen mit libyschen Orten auftaucht. Irgendwann wurden daraus „libysche Oasen“ in einer Lösungstabelle.
Das Wasser unter dem Sand – warum Kufra überhaupt existiert
Ohne das Nubische Sandstein-Aquifer, einen der größten fossilen Grundwasserspeicher der Welt, gäbe es Kufra nicht. Der Speicher reicht unter großen Teilen Libyens, Ägyptens, Sudans und des Tschad. Und das Wort „fossil“ ist hier wörtlich gemeint: Das Wasser ist vor Jahrtausenden oder länger eingelagert worden. Es wird nicht in relevantem Umfang nachgefüllt.
Was passiert, wenn man Wasser aus der Tiefe hochpumpt?
Man bekommt Landwirtschaft. Seit den 1970er-Jahren wurde in Kufra großflächig bewässert, mit Kreisberegnungsanlagen, die aus dem Flugzeug wie eine Reihe von Tellern aussehen. Ich habe Fotos davon gesehen und zunächst für einen Bildfehler gehalten – diese perfekt runden grünen Kreise in einer braunen Einöde wirken wie ein Rendering.
Die Schattenseite: Der Wasserspiegel sinkt. Wenn man aus einem Speicher pumpt, der sich nicht auffüllt, ist das eine reine Abbaurechnung. Genau deshalb hängt Kufra an einem weiteren großen Projekt – der Großen künstlichen Fluss-Pipeline, die Wasser aus südlibyschen Feldern nach Norden bis an die Küste bringt. Ob das klug ist oder nur das Problem verschiebt, darüber streiten Fachleute seit Jahrzehnten. Ich habe dazu keine abschließende Meinung, ehrlich gesagt, aber ich halte die Frage für eine der spannendsten der ganzen Region.
Kufra im Zweiten Weltkrieg – der Teil, den kaum einer kennt
1941 war Kufra Schauplatz einer militärischen Operation, die heute nur noch in Spezialistenkreisen bekannt ist. Eine alliierte Einheit, angeführt von einem britischen Offizier, der zuvor lange in der Region gelebt hatte, marschierte durch die Wüste und nahm die italienische Garnison ein. Die Aktion gilt als eine der frühen erfolgreichen Wüstenunternehmen des Nordafrikafeldzugs.
Was mich daran fasziniert: Die eigentliche Leistung war nicht der Kampf, sondern die Navigation. Hunderte Kilometer durch eine Landschaft ohne Straßen, ohne verlässliche Karten, mit Fahrzeugen, die bei jedem Sandsturm ausfielen. Dass das funktionierte, lag an lokalen Führern, die die Routen kannten – Wissen, das in keiner Suchmaske auftaucht.
Wer heute durch Kufra reist, findet Reste dieser Zeit: ein altes Fort, das inzwischen als Museum dient, und Flugfelder, die damals angelegt wurden und heute noch existieren.
Kufra im Vergleich – die wichtigsten Oasen der Region auf einen Blick
Wenn Sie sich einen Überblick verschaffen wollen, hilft eine Tabelle mehr als zehn Absätze Prosa. Hier sind die bekanntesten Oasen, die in dem Zusammenhang immer wieder auftauchen:
| Oase | Land | Lage | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Kufra | Libyen | Südosten, nahe Ägypten/Sudan | Größte Oasengruppe der Region, fossil gespeiste Landwirtschaft |
| Siwa (Siwah) | Ägypten | Westen, nahe libyscher Grenze | Berühmt für Datteln und antike Orakelstätte – oft fälschlich als libysch geführt |
| Ubari | Libyen | Südwesten (Fezzan) | Seen zwischen Dünen, ganz andere Landschaft als Kufra |
| Tazerbo | Libyen | Westlich von Kufra | Teil der Kufra-Gruppe, eigene Siedlung mit Bewässerungsfeldern |
| Ghat | Libyen | Südwesten, nahe Algerien | Alte Karawanenstadt, heute Tor zum Tadrart-Akakus |
Mir ist beim Zusammenstellen aufgefallen, wie stark die Begriffe durcheinandergehen: „Oasengruppe“, „Oase“, „Becken“, „Senke“ – alle werden für Kufra verwendet, obwohl sie unterschiedliche Dinge meinen. Eine Oase ist ein bewohnter Wasserpunkt. Eine Oasengruppe ist eine Ansammlung davon. Ein Becken ist eine geologische Formation. Das klingt nach Haarspalterei, macht aber bei Karten und Routen einen echten Unterschied.
Häufige Fragen zur Oasengruppe in der libyschen Wüste
Wie heißt die ostlibysche Oasengruppe mit fünf Buchstaben?
Die Antwort lautet Kufra. Sie liegt im Osten Libyens und ist die einzige ostlibysche Oasengruppe, die in diesem Format so gut wie immer gemeint ist. Daneben gibt es historische Schreibvarianten: Kufrah mit einem angehängten h, oder die arabische Form Al-Kufra mit bestimmtem Artikel. Für eine Kreuzwortlösung ist das ohne Belang, für die Suche im Netz manchmal schon.
Welche Bedeutung hat der Name Kufra?
Die Herkunft ist nicht restlos geklärt, und ich würde misstrauisch werden, wenn jemand Ihnen eine eindeutige Etymologie verkauft. In der Region wird der Name oft mit einem arabischen Wort für „Dorf“ oder „Siedlung“ in Verbindung gebracht, aber die Quellenlage ist dünn. Was gesichert ist: Die Schreibweise variiert je nach Sprache und Transkription stark, und das hat historische Gründe – die Region wurde von verschiedenen Reisenden zu unterschiedlichen Zeiten beschrieben, jeder mit seinem eigenen Notationssystem.
Kann man Kufra als Reiseziel besuchen?
Ich würde davon abraten, das als normales Reiseziel zu behandeln. Die Region ist extrem abgelegen, die Sicherheitslage in Teilen Libyens ist seit Jahren angespannt, und die Infrastruktur für Touristen ist praktisch nicht vorhanden. Wer sich für die Region interessiert, ist mit Fachliteratur, Karten und – wenn möglich – Gesprächen mit Menschen, die dort gearbeitet haben, besser bedient als mit einer Reisebuchung. Das ist keine Vorsicht aus dem Lehrbuch, das ist einfach die Realität vor Ort.
Warum tauchen in Kreuzworträtseln so viele verschiedene Oasen auf?
Weil Rätselmacher offenbar eine Schwäche für Geografie haben und der Pool an dreifach- und fünfbuchstabigen Ortsnamen begrenzt ist. Sobald ein Begriff einmal in einer Lösungstabelle steht, wird er abgeschrieben – und irgendwann steht Siwa unter „libysche Oase“, obwohl es in Ägypten liegt. Ich halte das für ein hübsches Beispiel dafür, wie sich Fehler im Netz festsetzen: nicht durch Böswilligkeit, sondern durch Kopieren.
Was von Kufra hängen bleibt
Eine Oasengruppe, deren Wasser älter ist als die Pyramiden, die ihren Reichtum aus einer Tiefe zieht, die sich nicht erneuert, und deren Name in Suchmasken auf fünf Buchstaben zusammenschrumpft. Das ist der eigentliche Reiz an Kufra: Es ist kein exotischer Fleck am Rand der Welt, sondern ein Ort, an dem eine der drängendsten Fragen unserer Zeit bereits jetzt beantwortet werden muss – wie lange kann man von einem Speicher leben, der nicht nachläuft?
Wer darüber nachdenken will, sollte nicht bei der Kreuzwortlösung stehen bleiben. Fünf Buchstaben sind ein Anfang. Der Rest braucht ein paar mehr.